Zusammenschluss Stainzer Milch

Die Einbringung der Stainzer Milch in die Berglandmilch wurde von den österreichischen Kartellbehörden unter Auflagen genehmigt.

Demgemäß richtet die Berglandmilch folgendes Angebot an den steiermärkischen Rohmilchmarkt:

1. Es werden für die nächsten vier Jahre ab dem Milchwirtschaftsjahr 2012/2013 seitens der Berglandmilch pro Jahr bis zu 3,3 Mio kg Rohmilch, davon bis zu 330.000 kg Biorohmilch, aufgeteilt auf zwölf Monate von steiermärkischen Milchbauern nach dem "first come-first serve"-Prinzip abgenommen, soweit entsprechende Anfragen von Milchbauern vorliegen. Mit der Abnahme dieser Rohmilchmengen sind keinerlei Genossenschaftsmitgliedsrechte der betreffenden Milchbauern verbunden. Mit diesen Milchbauern wird ein dem aktuellen Liefervertrag der Berglandmilch - mit Ausnahme der Entgeltsregelungen - entsprechender Milchliefervertrag abgeschlossen. Die Berglandmilch bezahlt pro kg Rohmilch in S-Klasse-Qualität den für den Liefermonat gültigen "ife Kieler Rohstoffwert Milch" (derzeit veröffentlicht für Standardmilch mit 3,7% Fett und 3,4% Eiweiß) zuzüglich 0,017 EUR, korrigiert auf den tatsächlich angelieferten Fett- und Eiweißgehalt sowie unter Anwendung von Abschlägen für die Nichteinhaltung der S-Klasse-Kriterien, 2. oder 3. Qualitätsstufe, Hemmstoffabschläge und sonstige Abzüge entsprechend dem für den Liefermonat gültigen Milchpreisanlageblatt der Berglandmilch, sowie unter Anwendung eines allfälligen Landeszuschusses ("Qualitätszuschuss") und eines allfälligen Biomilchzuschlags, wobei aber der auszuzahlende Rohmilchpreis mit dem jeweils gültigen Rohmilchpreis für Genossenschaftsmitglieder der Berglandmilch entsprechend dem für den Liefermonat gültigen Milchpreisanlageblatt der Berglandmilch gedeckelt ist.

2. Die Berglandmilch behält sich das Recht vor, aus objektiven, sachlich gerechtfertigten und transparenten Gründen, einzelnen oder mehreren Rohmilchlieferanten die Abnahme zu den oben genannten Bedingungen zu verweigern; dies gilt insbesondere bei wirtschaftlich nicht rechtfertigbaren Rohmilch- bzw. Biorohmilchsammelkosten oder Vorgehensweisen des Lieferanten, die es der Berglandmilch unzumutbar machen, das Vertragsverhältnis aufrechtzuerhalten. Bestehen Meinungsverschiedenheiten zwischen der Berglandmilch und dem potentiellen Milchlieferanten über Unzumutbarkeit im Sinne des Vorstehenden, wird die Berglandmilch eine Überprüfung durch die dann einzuschaltende regional zuständige Landes-Landwirtschaftskammer oder, bei Einigung mit dem potentiellen Milchlieferant, wahlweise durch eine andere Institution, akzeptieren, wobei die Schiedsinstanz eine Anhörung beider Parteien durchführt. Zudem wird von der Berglandmilch über jeden derartigen Fall der Verweigerung einer Lieferung binnen eines Monats an die Amtsparteien berichtet und jährlich eine zusammenfassende Meldung (jeweils bis 31. August für das vergangene Milchwirtschaftsjahr) abgegeben.

3. Ein entsprechendes Angebot der Berglandmilch an die steiermärkischen Milchlieferanten wird von der Berglandmilch auf der Homepage www.berglandmilch.at und einmal pro Jahr in der Zeitschrift "Der Schärdinger" bzw in einem in der Steiermark gegebenenfalls anders bekannten Rohmilchlieferanteninformationsmedium veröffentlicht. Zudem erfolgt die Publikation auf der Website der steiermärkischen Landeslandwirtschaftskammer. Zudem wird unter www.berglandmilch.at weiterhin auf den ife-Rohstoffwert verlinkt und dieser - sofern zulässig - jeweils für ein Jahr zurück auf der Website ausgewiesen.

4. Weiters verpflichtet sich die Berglandmilch im Zeitraum von 4 Jahren ab dem Milchwirtschaftsjahr 2012/2013, bei bestehenden Milchbauern der Berglandmilch, die als anerkannte Biobetriebe arbeiten und deren Biorohmilch derzeit mit konventionellen Milchtouren gesammelt und als konventionelle Rohmilch abgerechnet wird, alle Möglichkeiten einer wirtschaftlich vertretbaren Abholung als Biorohmilch zu überprüfen und die Biorohmilch dieser Lieferanten künftig als Biorohmilch abzuholen und zu verrechnen, wenn dies wirtschaftlich zu rechtfertigen ist (insbesondere unter den Gesichtspunkten der Biorohmilchsammelkosten und der Verwertungsmöglichkeiten).

5. Weiters verpflichtet sich die Berglandmilch, den neuen Lieferanten im Sinne obiger Verpflichtungszusage, die den bestehenden Milchlieferanten der Berglandmilch in der Steiermark zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einer Produktrücklieferung (Milchprodukte, landwirtschaftliche Bedarfsartikel, Kälberfuttermittel, etc), einer qualitativ gleichwertigen Hofberatung vor Ort, einer qualitativ gleichwertigen Lieferantenfachberatung, sowie eines vergünstigten Einkaufs in einem der bestehenden Einkaufsmärkte der Berglandmilch, anzubieten.